Yoga

Yoga, eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie, umfasst eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken. Hierzu zählen Grundpfeiler wie z.B. Yama (Ethik und Moral), Niyama (Selbstdisziplin), Asana (Körperhaltung), Pranayama (Kontrolle des Atems), Pratyahara (Kontrolle der Sinne), Kriyas (Reinigung), Askese (Enthaltsamkeit) und Meditation. „Yoga“ bedeutet etwa „Vereinigung“ und „Integration“ im Sinne des Anschirrens, des Anspannens des Körpers an die Seele zum Einswerden mit dem Bewusstsein. Bereits um 700 v. Chr. werden in den älteren Upanishaden (Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Teil des Veda) Atemübungen und das Zurückziehen der Sinne in die Seele als hilfreich für die Meditation beschrieben. Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg mit dem Ziel, durch Meditation zur Erleuchtung zu gelangen. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit, insbesondere mit der Entwicklung des Hatha-Yoga im 13./14. Jahrhundert.

 

Hatha Yoga

Ist ganz allgemein von Yoga die Rede, denken wir in der westlichen Welt in der Regel an Hatha-Yoga. Dies ist ein körperlich fordernder Yoga-Stil, was sich bereits in seinem Namen spiegelt: „Hatha“ bedeutet Kraft, Energie und Hartnäckigkeit. Das Wort Hatha ist aus zwei Teilen zusammengesetzt: „ha“ bedeutet Sonne (mit den Qualitäten Kraft und Erhitzung), die Silbe „tha“ bedeutet Mond (mit den Eigenschaften Stille und Kühlung). Ziel des Hatha-Yoga ist, mit jeder Übung entgegengesetzte Energien wie Anstrengung und Hingabe, heiß und kalt, männlich und weiblich, positiv und negativ, auszugleichen. Es ist eine Form des Yoga, bei der die Balance zwischen Körper und Geist insbesondere durch Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Alle Asanas sind so geschaffen, dass die Energie frei fließen kann. Ziel ist, den Körper zuerst über die Asanas anzustrengen, um ihn anschließend vollständig zu entspannen. So wird der optimale Körperzustand für die Meditation erreicht, die den Geist ruhen lässt. Hatha-Yoga fordert auf, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten. Dies hilft, das Gedankenkarussell anzuhalten und das Bewusstsein auf das Hier und Jetzt zu lenken.

 

YIN Yoga

Ein ruhiger, nichtsdestotrotz intensiver Yoga-Stil, der größtenteils im Liegen und Sitzen praktiziert wird. YIN Yoga wurde Mitte der 1980er Jahre aus einer Synthese von Hatha und Tao Yoga entwickelt und steht heute für die sanfte Form des Yoga. Im YIN Yoga werden die Asanas drei bis sieben Minuten lang gehalten. Dazwischen findet eine Harmonisierung im Liegen statt und man geht in einen ruhigen, meditationsähnlichen Zustand über.

Das Ziel von YIN Yoga ist, tief in eine Position hineinzugehen und für einige Minuten darin zu verweilen. Es geht darum, fasziales Gewebe und Gelenke zu mobilisieren, weniger die Muskeln wie in Yang-orientierten Yoga-Stilen. Auf diese Weise werden Beweglichkeit und Geschmeidigkeit in den Gewebsstrukturen (wieder) gefördert – Eigenschaften, die altersbedingt, aufgrund von Bewegungsmangel, Verschleiß oder Verletzung im Laufe der Jahre zurück gehen. Ins YIN Yoga ist das Wissen der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin, eingebettet. Dies strebt an, die Energie, das Qi oder Chi, im gesamten Körper wieder frei fließen zu lassen. YIN Yoga bietet bei regelmäßigem Praktizieren hohen Nutzen für die Gesundheit der Organe.

 

YIN Restorative Yoga

Auch hier werden die Positionen lange gehalten, aber mit dem Ziel von Entspannung und Erholung. Eine Asana sollte mit möglichst wenig Mühe und Anstrengung eingenommen werden. YIN Restorative Positionen sind weniger intensiv als die des YIN Yoga. Insgesamt geht es darum, durch heilende und nährende Asanas zu Ruhe und innerem Frieden zu kommen. Im YIN Restorative Yoga kommen z.B. Polster und Kissen zum Einsatz, um diesen Zustand zu erreichen. Durch diese Unterstützung in den verschiedenen Haltungen können sich der Körper und das Nervensystem erholen und entspannen – hinzu kommen ruhige und meditative Sequenzen. Durch das Verwenden verschiedener Yoga-Hilfsmittel beim Ausführen der Asanas ist dieser sanfte Stil besonders für „Anfänger“ geeignet. 

 

Asana

Als Asanas werden die überwiegend ruhenden Körperhaltungen bzw. Stellungen im Yoga bezeichnet. Beim Praktizieren sind das bewusste Hineingehen, das richtige Atmen, das bewusste Halten und das bewusste Auflösen des Asana wichtig. Bei den Yoga-Asanas kommt es nicht auf Leistung und Erfolgsorientiertheit an, sondern auf Stabilität und Wohlbefinden. Es geht nicht darum, die perfekte Haltung einzunehmen, sondern mit der Wahrnehmung ganz bei sich zu bleiben und in die eigene Mitte zu kommen, anstatt sich mit anderen zu vergleichen.

 

Pranayama

So heißen die Atemübungen im Yoga. Jene haben das Ziel, Körper und Geist zu vereinen. „Prana“ ist im Hinduismus der Begriff für die Lebensenergie – in der TCM das Qi, in Japan Ki und Lung im Tibetischen – und „Ayama“ bedeutet „kontrollieren“ oder auch „erweitern“. Pranayama steht für die Steigerung der Lebensenergie durch bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung mittels Achtsamkeit und beständigem Üben. Wenngleich die Atmung Träger der Lebensenergie ist, wäre eine Übersetzung von Prana nur mit „Atem“ also zu kurz gefasst. Beim Praktizieren von Pranayama geht es darum, die normalerweise unbewussten Atemmuster durch unterschiedliche Techniken bewusst zu machen. Hierbei wird mit verschiedenen Muskelgruppen gearbeitet, insbesondere mit dem Zwerchfell sowie den Brust-, Bauch- und Beckenbodenmuskeln.

Im menschlichen Organismus sind kognitive und physiologische Prozesse eng miteinander verknüpft. Emotionales Geschehen wirkt unmittelbar auf den Muskeltonus, ebenso verändert sich die Atmung. Angst führt zu einer flacheren und schnelleren Atmung, Erschrecken zum unwillkürlichen Einatmen und Luftanhalten. Mit bestimmten unbewussten Atemmustern sind also unbewusste emotionale Muster der Seele verknüpft – das Atmen kann somit als Bindeglied zwischen körperlichen Vorgängen und seelisch-geistigen Prozessen betrachtet werden. Das Praktizieren von Pranayama löst Gewohnheitsmuster und verhilft dem Organismus sanft zu bewusster Veränderung. Im Yoga hat es deshalb seit jeher große Bedeutung und kann durchaus als eine der ältesten Formen der Atemtherapie bezeichnet werden.

 

Mudras

Hiermit wird das Finger-Yoga bezeichnet. Ursprünglich ist eine Mudra eine symbolische Geste, Haltung oder Stellung der Hand. Aus dem Sanskrit übersetzt, bedeutet „Mudra“ so viel wie „das, was Freude bringt“. Einige Richtungen des Yoga haben Mudras in ihre Praxis integriert, darunter das Hatha-Yoga. Diese speziellen Finger- und Handhaltungen zeigen, dass unsere Hände die reinsten energetischen Kraftwerke sind – sie lassen die Lebensenergie fließen und unterstützen Entspannung und Gesundung.

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Yoga

Yoga, eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie, umfasst eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken. Hierzu zählen Grundpfeiler wie z.B. Yama (Ethik und Moral), Niyama (Selbstdisziplin), Asana (Körperhaltung), Pranayama (Kontrolle des Atems), Pratyahara (Kontrolle der Sinne), Kriyas (Reinigung), Askese (Enthaltsamkeit) und Meditation. „Yoga“ bedeutet etwa „Vereinigung“ und „Integration“ im Sinne des Anschirrens, des Anspannens des Körpers an die Seele zum Einswerden mit dem Bewusstsein. Bereits um 700 v. Chr. werden in den älteren Upanishaden (Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Teil des Veda) Atemübungen und das Zurückziehen der Sinne in die Seele als hilfreich für die Meditation beschrieben. Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg mit dem Ziel, durch Meditation zur Erleuchtung zu gelangen. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit, insbesondere mit der Entwicklung des Hatha-Yoga im 13./14. Jahrhundert.

 

Hatha Yoga

Ist ganz allgemein von Yoga die Rede, denken wir in der westlichen Welt in der Regel an Hatha-Yoga. Dies ist ein körperlich fordernder Yoga-Stil, was sich bereits in seinem Namen spiegelt: „Hatha“ bedeutet Kraft, Energie und Hartnäckigkeit. Das Wort Hatha ist aus zwei Teilen zusammengesetzt: „ha“ bedeutet Sonne (mit den Qualitäten Kraft und Erhitzung), die Silbe „tha“ bedeutet Mond (mit den Eigenschaften Stille und Kühlung). Ziel des Hatha-Yoga ist, mit jeder Übung entgegengesetzte Energien wie Anstrengung und Hingabe, heiß und kalt, männlich und weiblich, positiv und negativ, auszugleichen. Es ist eine Form des Yoga, bei der die Balance zwischen Körper und Geist insbesondere durch Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Alle Asanas sind so geschaffen, dass die Energie frei fließen kann. Ziel ist, den Körper zuerst über die Asanas anzustrengen, um ihn anschließend vollständig zu entspannen. So wird der optimale Körperzustand für die Meditation erreicht, die den Geist ruhen lässt. Hatha-Yoga fordert auf, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten. Dies hilft, das Gedankenkarussell anzuhalten und das Bewusstsein auf das Hier und Jetzt zu lenken.

 

YIN Yoga

Ein ruhiger, nichtsdestotrotz intensiver Yoga-Stil, der größtenteils im Liegen und Sitzen praktiziert wird. YIN Yoga wurde Mitte der 1980er Jahre aus einer Synthese von Hatha und Tao Yoga entwickelt und steht heute für die sanfte Form des Yoga. Im YIN Yoga werden die Asanas drei bis sieben Minuten lang gehalten. Dazwischen findet eine Harmonisierung im Liegen statt und man geht in einen ruhigen, meditationsähnlichen Zustand über.

Das Ziel von YIN Yoga ist, tief in eine Position hineinzugehen und für einige Minuten darin zu verweilen. Es geht darum, fasziales Gewebe und Gelenke zu mobilisieren, weniger die Muskeln wie in Yang-orientierten Yoga-Stilen. Auf diese Weise werden Beweglichkeit und Geschmeidigkeit in den Gewebsstrukturen (wieder) gefördert – Eigenschaften, die altersbedingt, aufgrund von Bewegungsmangel, Verschleiß oder Verletzung im Laufe der Jahre zurück gehen. Ins YIN Yoga ist das Wissen der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin, eingebettet. Dies strebt an, die Energie, das Qi oder Chi, im gesamten Körper wieder frei fließen zu lassen. YIN Yoga bietet bei regelmäßigem Praktizieren hohen Nutzen für die Gesundheit der Organe.

 

YIN Restorative Yoga

Auch hier werden die Positionen lange gehalten, aber mit dem Ziel von Entspannung und Erholung. Eine Asana sollte mit möglichst wenig Mühe und Anstrengung eingenommen werden. YIN Restorative Positionen sind weniger intensiv als die des YIN Yoga. Insgesamt geht es darum, durch heilende und nährende Asanas zu Ruhe und innerem Frieden zu kommen. Im YIN Restorative Yoga kommen z.B. Polster und Kissen zum Einsatz, um diesen Zustand zu erreichen. Durch diese Unterstützung in den verschiedenen Haltungen können sich der Körper und das Nervensystem erholen und entspannen – hinzu kommen ruhige und meditative Sequenzen. Durch das Verwenden verschiedener Yoga-Hilfsmittel beim Ausführen der Asanas ist dieser sanfte Stil besonders für „Anfänger“ geeignet. 

 

Asana

Als Asanas werden die überwiegend ruhenden Körperhaltungen bzw. Stellungen im Yoga bezeichnet. Beim Praktizieren sind das bewusste Hineingehen, das richtige Atmen, das bewusste Halten und das bewusste Auflösen des Asana wichtig. Bei den Yoga-Asanas kommt es nicht auf Leistung und Erfolgsorientiertheit an, sondern auf Stabilität und Wohlbefinden. Es geht nicht darum, die perfekte Haltung einzunehmen, sondern mit der Wahrnehmung ganz bei sich zu bleiben und in die eigene Mitte zu kommen, anstatt sich mit anderen zu vergleichen.

 

Pranayama

So heißen die Atemübungen im Yoga. Jene haben das Ziel, Körper und Geist zu vereinen. „Prana“ ist im Hinduismus der Begriff für die Lebensenergie – in der TCM das Qi, in Japan Ki und Lung im Tibetischen – und „Ayama“ bedeutet „kontrollieren“ oder auch „erweitern“. Pranayama steht für die Steigerung der Lebensenergie durch bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung mittels Achtsamkeit und beständigem Üben. Wenngleich die Atmung Träger der Lebensenergie ist, wäre eine Übersetzung von Prana nur mit „Atem“ also zu kurz gefasst. Beim Praktizieren von Pranayama geht es darum, die normalerweise unbewussten Atemmuster durch unterschiedliche Techniken bewusst zu machen. Hierbei wird mit verschiedenen Muskelgruppen gearbeitet, insbesondere mit dem Zwerchfell sowie den Brust-, Bauch- und Beckenbodenmuskeln.

Im menschlichen Organismus sind kognitive und physiologische Prozesse eng miteinander verknüpft. Emotionales Geschehen wirkt unmittelbar auf den Muskeltonus, ebenso verändert sich die Atmung. Angst führt zu einer flacheren und schnelleren Atmung, Erschrecken zum unwillkürlichen Einatmen und Luftanhalten. Mit bestimmten unbewussten Atemmustern sind also unbewusste emotionale Muster der Seele verknüpft – das Atmen kann somit als Bindeglied zwischen körperlichen Vorgängen und seelisch-geistigen Prozessen betrachtet werden. Das Praktizieren von Pranayama löst Gewohnheitsmuster und verhilft dem Organismus sanft zu bewusster Veränderung. Im Yoga hat es deshalb seit jeher große Bedeutung und kann durchaus als eine der ältesten Formen der Atemtherapie bezeichnet werden.

 

Mudras

Hiermit wird das Finger-Yoga bezeichnet. Ursprünglich ist eine Mudra eine symbolische Geste, Haltung oder Stellung der Hand. Aus dem Sanskrit übersetzt, bedeutet „Mudra“ so viel wie „das, was Freude bringt“. Einige Richtungen des Yoga haben Mudras in ihre Praxis integriert, darunter das Hatha-Yoga. Diese speziellen Finger- und Handhaltungen zeigen, dass unsere Hände die reinsten energetischen Kraftwerke sind – sie lassen die Lebensenergie fließen und unterstützen Entspannung und Gesundung.

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